Vier Wochen ohne Haarspange

Ich lebe nun seit vier Wochen ohne meine Haarspange. Das mag trivial klingen, aber es ist eine echte Aufgabe. Denn diese Haarspange war perfekt: Sie war eine, die mein Haar zusammen gehalten hat, ohne dass es irgendwo ziepte. Und ich konnte mit ihr im Haar wirklich alles machen, ohne dass die Frisur sich beim Tun auflöste. Ich hätte mir ihr Headbangen können, ohne dass eine Strähne meines Haars ihren Platz verloren hätte. 

Nun habe ich die Haarspange verloren, wie auch immer dies passieren konnte. Vor vier Wochen war es genau, und für mich ist es eine Katastrophe. Denn…

Diese Haarspange habe ich vor vielen Jahren gekauft und seitdem keine vergleichbare Spange mehr irgendwo gesehen. Es gibt sie nicht zu kaufen. Es war immer meine Sorge, dass die Haarspange mir mal kaputt gehen oder ich sie verlieren könnte. Und jetzt ist es passiert.

Schon lange wollte ich die Spange auch fotografiert haben. Ich erinnere mich daran, dass ich letzt ein Foto entdeckt hatte und mir so dachte: Ach, da ist ja ein Foto. Mittlerweile, nach einigem Suchen nach diesem Foto bin ich fast der Meinung, dass ich das geträumt habe. Und dies wäre wiederum ein weiterer Beweis, dass ich diese Haarspange wirklich als wichtig betrachtet habe – schon lange bevor sie verloren ging. 

Seit Wochen schon bin ich nun auf der Suche nach einem Ersatz. Übergangsweise habe ich große Haarklemmen im Einsatz. Aber die lassen es nicht zu, mit gutem Gefühl eine Basecap zu tragen oder im Auto zu sitzen, da das Metall im Falle eines Unfalls sicher auch eine Verletzung mit sich bringen würde. Kein schöner Gedanke.

Vier Wochen ohne Haarspange heißt für mich auch, dass ich ausgerechnet im Sommer mein Haar nicht so gut gebändigt bekomme, wie ich es mir wünschen würde. Es ist ein Unwohlsein – wie wenn ich einen unpassenden Schuh tragen würde. Mit der Spange war ich unbeschwert, und nun denke ich viel zu oft darüber nach, wie ich die Sache wieder in den Griff bekomme.

Warum ich das alles schreibe? Weil so eine vermeintliche Kleinigkeit doch immense Auswirkungen haben kann. Weil ich der Meinung bin, Dinge nicht aufzuschieben, und es mir doch immer wieder passiert. Und weil ich denke, dass die Kleinigkeiten unser Leben doch oft sehr erleichtern.

Das Gute an der Sache suche ich noch. Es soll sich ja immer eine Tür öffnen, wenn sich eine schließt. Diese offene Tür ist für mich gerade noch nicht sichtbar. Aber ganz bestimmt werde ich irgendetwas finden oder tun, was mich mich wieder gut fühlen lässt. Daran glaube ich dann doch.

Die Spaziergängerin – Sommerfarben

Ich liebe die Sommerfarben!

Heute lief ich an einem Getreidefeld vorbei. Eigentlich ist dieses nichts Besonderes. Und doch findet sich überall etwas Einzigartiges. Ich mag in dem Fall den Kontrast: Das Blau des Himmels setzt sich so schön vom Gelb der Ähren ab und harmoniert dann so wunderbar.

Gibt es schönere Sommerfarben?

Hier sollten die Sommerfarben zu sehen sein.
Hier sollten die Sommerfarben zu sehen sein.
Hier sollten die Sommerfarben zu sehen sein.
Hier sollten die Sommerfarben zu sehen sein.

(Alle Fotos wurden mit der Kamera des iPhone 6 aufgenommen und unbearbeitet veröffentlicht)

Nach der Hitze

Die Hitze brachte in den letzten Tagen einige neue Rekorde. So wurden in einigen Orten über 40 Grad gemessen. Ich gebe es zu: Ich vertrage die sehr heißen Temperaturen nicht sonderlich gut. Aber zwischen vertragen und ertragen gibt es definitiv einen Unterschied. Denn ich beschließe jeden Sommer wieder neu, dass ich die Hitze – egal, wie und wie lange sie sich zeigt – ertragen werde. Ich habe entschieden, dass ich mich nicht beklage, nicht jammere, nicht schimpfe und lieber still leide. Denn irgendwie gehört auch die Hitze zum Sommer, und der Sommer ist ja leider mittlerweile kurz genug, wenn er denn überhaupt als solcher stattfindet.

Das Wetter kann ich nicht ändern, aber ich kann meine Einstellung dazu ändern oder ihr die richtige Richtung geben. So war der Ventilator mein liebster Mitbewohner, und darüber hinaus das nasse Handtuch meine liebste Begleitung in der Nacht.

Nun ist die Hitze vorüber – vielleicht sogar für den Rest des Sommers – und ich fühle mich definitiv wohler mit den kühleren Temperaturen.

Und doch, sollte es noch ein paar heiße Tage geben, wie wir sie die letzten Tage hatten, werde ich wiederum nicht jammern und klagen, sondern mich, so gut es geht, abkühlen.

Das funktioniert. Weiß ich. Und das will ich weiter so halten.

Der 98. Geburtstag beim SV Darmstadt 98 oder wie mein Vater noch ins Fernsehen kam

Der 98. Geburtstag meines Vaters war so grandios, dass mein eigener Geburtstag einige Tage später, der auch eine gewisse Bedeutung hatte, schon von vorneherein hinten anstehen musste.

Noch vor dem 19.4. war klar, dass es am Tag der Tage einigen weiteren Trubel geben würde. Ich stand unter permanenten Adrenalin- und Endorphin-Schüben und hatte so viel Freude an allem. Alle waren so freundlich und so gut gelaunt!

Ich hatte einen weiteren Anruf vom Verein erhalten, und sie wollten wissen, welche Kleidergröße mein Vater trage, weil ein Trikot überreicht werden sollte. Der 98, Geburtstag ist doch schon etwas Besonderes – auch für den Sportverein.

Der Hessische Rundfunk erstellte einen schönen Beitrag fürs Radio (ist HIER noch online), und ich wurde dazu noch einmal befragt.

Es gab immer wieder mal einen Anruf, in dem irgendetwas neu geklärt werden sollte. Ich hatte so viel Freude an allem. Alle waren so freundlich und so gut gelaunt! Am Ende war auch klar, dass die gesamte Familie eingeladen war.

Und so kam es dann auch.

Meine Schwester, mein Schwager und ich fuhren mit meinem Vater und einem Rollstuhl im Auto direkt vors Stadion auf einen Sonderparkplatz. Die Idee mit dem Rollstuhl war Gold wert. Mein Vater benötigt üblicherweise keinen. Aber weitere Strecken laufen sich eben mal nicht so. Und so ein Stadion ist für einen älteren Menschen streckenmäßig schon eine Aufgabe.

Ich durfte mir dann erst einmal die Örtlichkeiten anschauen. Dann holte ich die Anderen am Eingang ab. Noch schien die Sonne auf die Tribüne, was sich leider noch ändern sollte, aber ich war vorbereitet. Die Luft im Schatten war kühl.

Wir hatten reservierte Plätze auf der Tribüne und nahmen sie ein. Mein Schwager kümmerte sich darum, den Rest der Familie noch zu den Plätzen zu bringen. Meine Schwester und ich blieben bei meinem Vater, der dann auch schnell die Aufmerksamkeit einiger Menschen auf sich zog.

Erst kam eine Dame vom Darmstädter Tagblatt und führte ein kurzes Interview. Fotos wurden gemacht, und aus all dem machten sie einen schönen Bericht zum besonderen Ereignis (hier nachzulesen – mit Familienfoto)

Etwas später kamen die nächsten Gratulanten: Der Vize-Präsident des SV Darmstadt 98 kam nicht nur zum Gratulieren, sondern überreichte das Trikot. Mein Vater trägt nun stolz die „98“ auf dem Rücken – ein Unikat, das man sich erst einmal verdienen muss! (Der Verein berichtete dann auf seiner Homepage und in Facebook davon: Homepage SV98Facebookbeitrag SV98)

Meine Familie kümmerte sich dann auch um unser leibliches Wohl. Traditionsgemäß esse ich im Stadion IMMER eine Paprikawurst, und so geschah es auch dieses Mal. Mein Vater ließ sich Zeit mit dem Essen, was dazu führte, dass ich ihm immer wieder die Wurst aus der Hand nahm, ihn zum Lächeln aufforderte, weil irgendjemand Aufnahmen machte, und ich meinem Vater dann wieder die Wurst reichte.

Da ich auch nicht mit Wurst aufs Bild wollte, habe ich diese stets einem der Männer der Familie in die Hand gedrückt, was dazu führte, dass sich mein Vater nach dem dritten Mal zu mir rüber beugte und mir das Wort „Bakterienwurst!“ ins Ohr flüsterte. Ich musste so was von lachen!

Ich sah dann auch, dass eine Fernsehkamera auf uns gerichtet war, aber ich wusste nicht, wer da filmte. Der Hessische Rundfunkt hatte für die Hessenschau (mein Vater ist ein treuer Zuschauer, das hätte gepasst) keine Drehgenehmigung erhalten.

Es gab dann kurz vor dem Spiel noch eine Durchsage: Der Stadionsprecher gratulierte über Lautsprecher und die Zuschauer jubelten. Die Stimmung war einfach genial.

Mein Vater freute sich, dass das Stadion so gut gefüllt war. Er ist einer der treuen Fans, die auch in schlechten Tagen immer wieder bei den Lilien waren und somit kein Schönwetterfan. Und er kennt das Stadion eben auch aus diesen schlechten Zeiten. Da hatte jeder Besucher viel Platz um sich… Auch ich war begeistert, denn auch ich war in den nicht so schönen Zeiten immer mal im Stadion. Das ist allerdings ein paar Jahre her.

Dann ging es los. Spielerisch waren die Lilien an dem Tag nicht in Bestform. Und so gelangten wir torlos in die Halbzeitpause. In der Pause kam dann ein Mann zu uns, im Schlepptau hatte er den Mann mit der Fernsehkamera. Er stellte sich als Journalist von Sport1 vor und fragte, ob er ein Interview führen dürfte. Er durfte!

So stand mein Vater eine kleine Weile Rede und Antwort, was sicher aufgrund der Geräuschkulisse durchaus anspruchsvoll war. Das Interview sollte in den Spielbericht der Sendung Hattrick mit einfließen. Ich war gespannt. Noch mindestens 20 Minuten nach Beginn der 2. Halbzeit war die Kamera ausschließlich auf uns gerichtet. 

Mein Vater meinte dann zu mir, dass ihm die Augen tränen würden, und so gab ich ihm meine Sonnenbrille – eine Ray Ban mit goldfarbener Fassung. Er sah dann aus wie ein kleiner Mafiosi. Zum Brüllen! Aber mit der Brille ging es dann für ihn besser mit dem Sehen.

Und endlich fiel dann auch ein Tor für die Lilien. Ein verwandelter Elfmeter. Wir jubelten laut. Kurz darauf konnte die gegnerische Mannschaft ausgleichen, und das war dann auch das Endergebnis, durchaus passend. 

Wir fuhren dann noch zum Grillen zu meinem Neffen. Ich erhielt am frühen Abend einen Anruf vom Journalisten von Sport1, der mich darüber informierte, dass der Spielbericht nun gleich gesendet werde. Und so saß die gesamte Familie dann vor dem Fernseher und schaute sich das an. Der Spielbericht und die Anteile, in denen es um meinen Vater ging, waren wiederum so liebevoll gemacht! Mein Vater wurde an diesem Tag so gar nicht müde – für einen Menschen in seinem Alter durchaus bemerkenswert. 

Am nächsten Tag kam dann bei mir die Rührung über das, was wir da gemeinsam erleben durften, richtig durch: Ich habe den gesamten Vormittag immer wieder geweint, und auch heute noch schießen mir die Tränen in die Augen, wenn ich an den Tag denke – wegen eines so schönen, einmaligen Erlebnisses.

Letzte Woche, als ich von einer Geschäftsreise nach Hause gekommen bin, lag dann die DVD, mit dem Spielbericht aus „Hattrick“ im Briefkasten. Der Sport1-Journalist hatte mir gesagt, dass er versuchen würde, mir eine Kopie zu besorgen. Es gibt Menschen, die etwas versprechen. Und einige davon halten es auch. Ich bin sehr dankbar darum.

Ich habe mir den Spielbericht noch einmal angesehen – ganz für mich. Denn irgendwie war es auch mein Tag gewesen, auch wenn er nicht für mich gedacht war. Dies war dann der bisherige Abschluss des Erlebnisses. 

Diesen 19.4. trage ich als kleinen Diamant aller meiner bisherigen Erfahrungen in meinem Herzen und werde hoffentlich immer wieder daran denken.

Und mein Geburtstag war mir nach diesem Tag noch viel unwichtiger geworden.

Ein 98er bei den 98ern

Mein Vater ist ein 98er. Und er war oft als „98er bei den 98ern“. Wie sehr dies in diesem Jahr noch einmal mehr auf ihn zutrifft, werde ich noch erläutern. Aber mal von Anfang an.

Am Anfang steht die Idee…

Leider bin ich nicht früher auf die Idee gekommen, aber wer weiß, wie das alles gelaufen wäre, wenn ich mich eben schon viel früher um etwas gekümmert hätte. Ältere Menschen planen nicht mehr längerfristig, und ich habe einfach nicht aufgepasst.

Letztes Wochenende aber fiel mir eine witzige Übereinstimmung auf: Mein Vater wird in diesem Jahr und sogar bald 98 Jahre alt. Und er ist schon, seit ich denken kann, ein Fan von SV Darmstadt 98, den „Lilien“ (angelehnt an das Stadtwappen von Darmstadt). Früher, als er noch gut zu Fuß war (und das war er doch sehr lange) ist er immer bei den Heimspielen gewesen. Der Mann der alten Schule hatte NATÜRLICH einen Stehplatz, und ich weiß, wo sein Lieblingsplatz war.

Die guten alten Zeiten!

Genau dort haben meine Mutter und ich ihn immer getroffen. Früher, als die Lilien noch zweite Liga gespielt haben. Ja, das spielen sie heute auch. Aber sie spielen dort wieder. Und jeder, der im Ansatz ein bisschen fußballinteressiert ist, weiß, dass sie es mit Glück (die Offenbacher Kickers durften nicht aufsteigen, weil die finanzielle Situation dies nicht zuließ) und Können (sie spielten in der Relegation gegen Bielefeld, verloren das Heimspiel und gewannen mit großer Überraschung das Rückspiel in Bielefeld) geschafft haben, wieder 2. Liga zu spielen. Und da spielen sie derzeit ganz weit oben mit.

Aber zurück zu früher, zu den früheren guten Zeiten. Es war üblich, dass in der zweiten Halbzeit dann die Kassenhäuschen geschlossen wurden und man ohne Eintritt ins Stadion kommen konnte – heute undenkbar! Meine Mutter und ich nutzten also genau diese Gelegenheit, eben während der zweiten Halbzeit ins Stadion zu gehen, um dort meinen Vater zu treffen, noch das Spiel gemeinsam zu Ende zu schauen und dann gemeinsam nach Hause zu gehen. Schon damals war mein Vater ein 98er bei den 98ern. Aber eben noch anders.

Irgendwann konnte er nicht mehr alleine ins Stadion gehen. Und er hat mich auch nie gefragt, ob ich ihn nicht mal begleiten könne, damit er seine Lilien noch einmal live sehen könne. Ich wiederum habe nicht darüber nachgedacht, dass ich ihm diese Gelegenheit mal geben könne. Warum auch immer: Es war, wie es war.

Und dann kam mir eben diese Idee am letzten Wochenende. Ein 98er bei den 98ern. Das wäre doch jetzt – mit 98 Jahren eine witzige Sache. Es sei erwähnt, dass hier rund um Darmstadt alle durchdrehen und regulär schon lange keine Karten mehr zu bekommen sind. Aber man kann ja mal fragen. Und so tat ich es. Ich schrieb eine Mail an die Geschäftstelle, ob sie denn mit dem Hintergrund, dass mein Vater 98 Jahre alt werden würde und das doch irgendwie besonders sei, einen 98er bei den 98ern zu haben, doch noch eine Karte für eines der nächsten Spiele verkaufen könnten…

Dabei dachte ich gar nicht so sehr an das Heimspiel, das direkt am 98. Geburtstag stattfinden würde. Aber… Kurz darauf erhielt ich einen Anruf vom Behindertenbeauftragten des Vereins: Aufgrund der geschilderten Situation würde man NATÜRLICH zusehen, dass mein Vater an seinem 98. Geburtstag auf der Tribüne das Spiel mitverfolgen könne. Zwei Begleitpersonen dürften auch mit.

WAS HABE ICH MICH DA GEFREUT!

Und weil das so war, musste das natürlich gleich in Twitter verkündet werden. Daraufhin meldete sich eine unserer lokalen Zeitungen, und einen Tag später wurde ein Artikel im Darmstädter Tagblatt online gestellt: Hier nachzulesen.

Ich habe diesen dann auch gleich in Facebook veröffentlicht. Was sein muss, muss sein.

Der Plan war, meinem Vater nur von einer Überraschung zu erzählen. Aber… Ich habe ihn dann doch vorbereitet, denn ältere Menschen lieben solche Überraschungen nicht wirklich. Mein Vater freute sich natürlich, und wichtig war ihm, dass wir schon den Anzug für den Tag der Tage herauslegen.

Ich habe dann noch einen Anruf vom Medienverantwortlichen des SV 98 erhalten. Er fragte, ob ich auch mit der zuständigen Redakteurin der Bild-Zeitung sprechen wolle. Sie sei die Haus- und Hof-Berichterstatterin und nicht so reißerisch wie man vermuten könnte unterwegs. Also willigte ich ein. Das Ergebnis findet Ihr HIER.

Und nun kommt er näher, dieser Tag der Tage. Ich bin sehr gespannt, was wir da erleben werden.

Ein 98er bei den 98ern. Ich werde berichten.

Freude – ganz spontan

Ich kann ja auch mal ganz schön spontan sein. Manchmal bin ich es nur für mich, manchmal mit jemandem. Heute war ich so beim Mittagessen-Zubereiten, als die Sonne sich zeigte. Dies alleine war schon Grund zur Freude.

Da musste ich aber so was von schnell das Haus verlassen! Die Sonnentage am Sonntag sind in den letzten Wochen sehr rar gewesen, und überhaupt hat uns hier die Sonne nicht verwöhnt. Stattdessen haben sich oft dicke und dunkelgraue Wolken gezeigt, die wiederum ihre Schwere mit sich genommen haben, um den nachfolgenden Wolken Platz zu machen.

Wenn die Sonne scheint, steigt meine Laune. Ich liebe das Licht. Es muss nicht mal sonderlich warm sein. Sonne genügt erst einmal. Im Winter liebe ich also die Tage, an denen der Himmel blau ist und die Sonne mich erfreut. Da wächst die Freude in mir.

Heute also habe ich mich mal ganz schnell fürs Rausgehen fertig gemacht. Das restliche Essen musste warten. Ich bin dann in meinen Roten gestiegen, weil auch der in der letzten Zeit viel zu kurz gekommen ist. Aber er ist nun einmal kein Winterauto.

Was ich seit kurzem weiß: Auch im Winter kann ich offen fahren: Die Sitzheizung läuft, und die Heizung im Fond wärmt die Beine. Vom Luftzug beim Fahren spüre ich nur am oberen Kopf etwas, und genau diese Stelle wird bei mir warm geschützt. Und der Rest ist Spaziergang. Da habe ich doch schon Ärgeres erlebt, wenn ich zu Fuß unterwegs war. Das geht also prima.

Ich fuhr dann an meinen Lieblingsort der letzten Tage. Es ist das Hofgut Oberfeld, und dort gibt es nicht nur einen Laden, sondern auch ein kleines Café. Wieder habe ich mir einen Kaffee geholt und mich raus gesetzt. Ich sitze dann glücklich im Freien und freue mich vor mich hin.

Freude ! Mich vor mich hin freuen mag ich am liebsten. Es muss gar nichts Großartiges passiert sein. Ich brauche auch keinen konkreten Anlass. Aber es gibt natürlich immer einen Grund. Dieses Mal waren es zwei Gründe: Die Sonne und das Gefühl von Freiheit.

Eine SMS ging ein. Ich neige nicht dazu, immer sofort zu schauen, wer mir was mitzuteilen hat. Aber dieses Mal habe ich es getan. Es sollte wohl zu sein. Denn eine gute Bekannte aus dem Lauftreff hatte sich gemeldet: „Bist Du zufällig am Oberfeld?“. Als hätte sie es geahnt! Sie war ganz in der Nähe und kam dann zu mir. Wir liefen dann mehr als eine Stunde gemeinsam am Waldrand, setzten uns kurz auf eine Bank, genossen die wärmenden Strahlen und redeten.

Was ich mir von diesem Tag mitnehme?

War das ein schöner Nachmittag? Ja, war es! Da hat dann alles gepasst: Ich war dort, wo ich gerne bin, und dann war ich dort auch noch in Begleitung. Das alles geschah wie zufällig, und doch glaube ich genau das nicht. 

Nichts ist ohne Grund, auch die Freude nicht!