Steingarten an der Paschenburg

Der Steingarten an der Paschenburg war für mich der Höhepunkt einer Fahrt, die ja eigentlich nur die Paschenburg und die Schaumburg zum Ziel hatte. Aber ich liebe ja Überraschungen, und wenn sie dann noch so angenehm sind, umso mehr.

Kurz vor meiner Abfahrt erhielt ich den Tipp, die oberhalb der Schaumburg gelegene Paschenburg zu besuchen. Dieser Tipp war ausschlaggebend, denn ohne ihn hätte ich diesen wunderschönen Steingarten nie entdeckt.

Schon auf dem Weg zur Paschenburg habe ich den Blick auf ein Schild erhaschen können. 

Eingangsschild am Steingarten an der Paschenburg

Das Tor schien verschlossen, und noch wusste ich nichts vom Schatz, der sich hinter dem Tor verbergen sollte.

Wenn man nicht durch das Tor des Steingartens auf dem Weg zur Paschenburg in den Garten eintritt, sondern weiter hinauf bis zur Burg fährt, kann man den Wagen auf dem Parkplatz abstellen, um dem Garten einen Besuch abzustatten.

Unterhalb des Parkplatzes an der Paschenburg führen fast versteckt ein paar Stufen hinab zum Steingarten. Wenn man es nicht weiß, könnte man es durchaus übersehen. Was man als erstes erblickt, sollte einen nicht abhalten, weiter zu gehen: „Privatweg“ steht in großen Buchstaben auf einem Schild, und wenn man sich die Mühe macht, auch das Kleingedruckte zu lesen, erfährt man, dass man sich nun auf eigene Gefahr auf den Weg begibt. Es ist also keineswegs ein Hindernis. Allerdings hätte ich mich fast nicht getraut, bis zum Schild zu laufen und hätte somit womöglich etwas Wunderbares verpasst. Und das soll der einzige Kritikpunkt an dieser Stelle sein, denn es handelt sich hier ja nicht um den Eingang des Steingartens, sondern dessen „Hintertür“.

Sobald ich das Hinweisschild hinter mir gelassen hatte, konnte ich auch den Steingarten in seiner Gänze erblicken. War es auf dem Turm der Paschenburg noch sehr windig gewesen, spürte ich hier die angenehme, windstille Ruhe, die wunderbar mit dem Grün harmonierte. Ich blieb einfach mal stehen und schaute mich um.

Einblick im Steingarten an der Paschenburg
Einblick im Steingarten an der Paschenburg

Der Steingarten beinhaltet viele unterschiedliche Skulpturen, die liebevoll und mit Bedacht im Garten aufgestellt wurden. 

Ausstellungsstück im Steingarten an der Paschenburg
Ausstellungsstücke im Steingarten an der Paschenburg

An den Bänken hingen Preisschilder, und ich vermute, dass auch die Skulpturen käuflich zu erwerben sind. Ich war fasziniert von dem, was ich hier sah. Und auf der Bank hätte ich auch gerne Platz genommen.

Bank im Steingarten an der Paschenburg

Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass ich überhaupt mal so keine Kunstkennerin bin. Mich muss Kunst berühren, und mehr weiß ich dann auch nicht dazu zu sagen. Inhaltlich kann ich also nichts zu den Ausstellungsstücken schreiben, außer dass ich sie überwiegend sehr ansprechend und schön fand. 

Und diese Stimmung! Ich bin eine ganze Weile in aller Ruhe durch den Steingarten spaziert und habe selten so eine spontan entstehende entspannte Atmosphäre gespürt wie dort. 

Baum im Steingarten an der Paschenburg

Der Steingarten ist nicht sehr groß. Und doch lohnt es sich, dort längere Zeit zu verweilen und die Ausstrahlung, die er anbietet, wirken zu lassen. Es gibt viel zu entdecken.

Diverse Ausstellungsstücke im Steingarten an der Paschenburg

Ein paar Stufen führen zu einem Platz, der direkt neben dem Gebäude in diesem Garten liegt. Dort stehen ein Tisch und ein paar Stühle. Ganz automatisch kamen mir Gedanken, wie gut sich dieser Platz eignen würde, an einem Sommerabend mit lieben Menschen um sich zu verbringen, zu plaudern und zu philosophieren. Und leider ist mir das Foto mit diesem schönen Platz abhanden gekommen. Ich erinnere mich gerne daran. Diese kleine Eule bewacht den Platz hinter dem Baum.

Eule bewacht den Tisch im Steingarten an der Paschenburg

Alles ist liebevoll arrangiert, und ich hätte noch eine ganze Weile dort bleiben können. Es fiel mir gar nicht so leicht, mich wieder von diesem wundervollen Ort zu verabschieden, und ich weiß, dass ich dort nicht das letzte Mal gewesen bin. 

Im Garten, kurz vor dem Tor steht auch eine Spendenbox. Es erübrigt sich fast zu schreiben, dass es Ehrensache ist, dort einen Obulus zu hinterlassen.

Spendenbox im Steingarten an der Passchenburg

Ich möchte auch erwähnen, dass ich beim Verein des Steingartens um Erlaubnis gebeten habe, meine Fotos zu veröffentlichen und vom Garten zu schreiben. Die Antwort auf meine Anfrage war wiederum genau so, wie es zu dem Steingarten passt: Liebevoll und herzlich.

Vielen Dank!

Der 1. Vorsitzende des Vereins, Herr Uli Diehl,  nannte diesen Garten einen mystischen Ort. Genau so habe ich es empfunden: Ein Ort, an dem die Zeit stehen zu bleiben scheint und man für den Alltag Energie tanken kann. Ein Seelenort!

Den Steingarten an der Laschenburg habe ich im Sommer besucht. Ich bin sicher, dass sich ein Besuch im Herbst und Frühling ebenso lohnt.

Ich werde zurückkehren.

Kontakt zum Verein des Steingartens über die Webseite des Vereins 

(Alle Fotos dieses Artikels wurden mit der Kamera des iPhone 6 aufgenommen und bis auf das Foto mit dem Eingangsschild, das ich aufhellen musste, ohne Nachbearbeitung veröffentlicht).

An der Weser

Die Gegend an der Weser gar nicht weit weg von der niedersächsischen Landeshauptstadt hat ihre ganz eigenen Reize. Die Landschaft zeigt sich nicht flach, sondern leicht hügelig, und der Fluss zieht seine Bahn in einer sehr gemächlichen Eleganz. Dort zu sein ist Entschleunigung pur!

Hier fühlen sich vor allem die Radfahrer wohl, zumal es einen wunderschönen Radweg direkt an der Weser entlang gibt. Aber auch als Autofahrer kann man die Region mit ihrer Schönheit erkunden.

Dieser kleine Ausflug ist etwas für den stillen Genießer. Der Wagen wird nicht gefordert, sondern dient ausschließlich dazu, den Fahrer wie in einer Sänfte von einen an den anderen Ort zu bringen und ermöglicht es ihm, die wunderbaren Eindrücke in sich aufzunehmen, ohne dass er Sorge haben müsste, seine Aufmerksamkeit ausschließlich dorthin zu lenken.

Für dieses Mal habe ich mir eine Stelle unweit des aktiven Kernkraftwerks Grohnde ausgesucht. Ein bisschen gruselig mutet es an, wenn man sich so in der Nähe weiß. Interessant ist, dass, obwohl sich das Bauwerk mit den typischen Türmen an einigen Stellen an der Weser sehr präsent zeigt, es sich an wiederum anderen Stellen fast zu verstecken scheint. Man könnte sich also durchaus in Sicherheit wiegen.

Es gibt wunderschöne Stellen, an denen es sich lohnt, einmal an- und inne zu halten. Mein persönlicher Lieblingsstopp zur Nahrungsaufnahme ist das Schloss Hehlen und dort die Kaffeewirtschaft (http://www.die-kaffeewirtschaft.de), die direkt an der Weser liegt.

 

Schloss Hehlen Eingang zur Kaffeerösterei
Schloss Hehlen Eingang zur Kaffeerösterei und ich

Auf Nachfrage erfährt man, dass der Name entstanden ist, weil der Inhaber einer großen Rösterei im Schloss residiert und den Namen dem Restaurant und Café gegeben hat.

Parken kann man wunderbar. Hier fühlt sich auch der Porsche wohl! 

Die Terrasse bietet einen traumhaften Blick auf die Wiese davor, auf der meist die Schafe grasen und der Szene noch zusätzlich etwas Heimeliges geben. Dahinter fließt mit vermeintlicher Ruhe das Wasser. Ein wirklich schöner Ort zum Verweilen an der Weser!

So sieht es aus, wenn man auf der Terrasse des Restaurants Schloss Hehlen sitzt

Die Küche bietet kleine und etwas größere Speisen in guter Qualität. Es gibt auch Kuchen. Ich hatte den Antipasti-Teller gewählt. Sieht gut aus, oder?

Leckere Antipasti im Restaurant Schloss Hehlen

Auf dem Weg zurück, ein Stück weiter flussabwärts, kann man dann an einem der kleinen Fährübergänge anhalten. Die Fähre hatte schon ihren Betrieb für den Tag eingestellt. So war so gut wie nichts los, und ich konnte einfach in der Nähe des Ufers stehen und alle Eindrücke in mir aufnehmen. Es wirkte alles so friedlich und beruhigend!

Panoramaansicht am Fähranleger

Ich konnte es mir nicht verkneifen, mich dem Kernkraftwerk noch etwas mehr zu nähern, da ich es schon beeindruckend finde. Man kann in der Tat sehr dicht heran fahren. Andere Menschen mögen es anscheinend, auf direkt am Betriebsgelände gelegenen Parkplatz mit ihren Wohnmobilen zu übernachten. Auf jeden Fall hat man dort ziemlich seine Ruhe, wenn nicht… Aber darüber denken wir jetzt mal nicht nach.

Ein paar schöne Fotos konnte ich dort auch noch machen.

Der Boxster vor dem AKW Grohnde
Der Boxster vor dem AKW Grohnde
Der Boxster vor dem AKW Grohnde

Ich mag diese Gegensätze und irgendwie sind es ja auch gar keine großen, denn was auf dem Foto vereint ist, sind die Errungenschaften der Technik, geschaffen durch Menschenhand.

Die Beurteilung der Sinnhaftigkeit bleibt jedem selbst überlassen.

(Die Fotos auf dieser Seite wurden mit der Kamera des iPhone 6 aufgenommen und unbearbeitet veröffentlicht)

Schloss Münchhausen

Münchhausen. Dabei denken sicher viele an den Lügenbaron. Nicht gelogen war auf jeden Fall die Empfehlung, im Schloss Münchhausen / Schloss Schwöbber (https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Schwöbber) im Restaurant auf der Terrasse einen Tisch zu reservieren und dort an einem Sommerabend essen zu gehen.

Der Plan war mal wieder gut. Denn durch das sehr verhaltene diesjährige Sommerwetter zu Beginn der Saison sah ich dieses Vorhaben fast schon erneut als nicht durchgeführt an, zumal es im letzten Jahr aus Wettergründen auch nicht dazu gekommen ist.

Nachdem ich die Reservierung mehrfach verschoben hatte (lobend sei erwähnt, dass das Team des Schlosshotels (http://www.schlosshotel-muenchhausen.com) sehr freundlich und unermüdlich die Reservierung auf jeweils die Folgewoche verschoben hatte), war es dann doch in einer Woche schön und warm genug, diesen Ort genießen zu können.

Die Hinfahrt war wenig spektakulär, aber die Einfahrt zur Anlage lässt ahnen, was noch kommen könnte. Die Anlage empfängt großzügig und wirkt sehr gepflegt. Nicht umsonst hat sich hier auch Zar Peter I., der Große, anscheinend wohlgefühlt.

Ich ließ mich erst einmal mit dem Boxster vor dem Parkplatz fotografieren. 

Wenn man dann den Schlosshof durchquert hat, geht es wenige Stufen hinab zur Terrasse des Schlosskellers, die unmittelbar am Schlossteich gelegen ist. Der Tisch war direkt am Ufer des Teichs reserviert.

Von dort aus kann man das Schloss genauso gut sehen wie auch die Parkanlage, die es umschließt.

Blumen am Schlossteich und die Trauerweide
Blick aufs Schloss vom Restaurant
Der Schlossteich und seine Mauer

Das Essen und der Service waren lobenswert. Die Gerichte waren sehr lecker, und der Kellner war nicht nur bemüht, sondern erfolgreich dabei. Ich war zufrieden, wie man unschwer erkennen kann.

Ich sitze glücklich im Restaurant

Beim Bezahlen empfahl der Kellner, durch die Eingangshalle des Hotels in den Park zu gehen. Zuvor schaute ich mich aber noch in der näheren Umgebung des Restaurants um, und auch dieser Teil der Anlage ist schön und sehr gepflegt.

Rundgang in der Parkanlage
Schloss und Park
Das Eingangstor zum Schlosshof
Das Schloss von der Anlage aus gesehen
Sonnenuntergang am Schlossteich
Der Schlossteich mit dem Park

Zeitgleich mit meinem Rundgang zeigte sich ein wunderbarer Sonnenuntergang.

Parkanlage und Schloss im Sonnenuntergang

Ich finde auch weiterhin, dass ich mich als Repräsentantin des Schlosses gut machen würde!

Ich könnte Schloss-Repräsentantin sein

Die herzliche Freundlichkeit des Mitarbeiters an der Rezeption möchte ich hier auch nicht unerwähnt lassen. Dieser drückte mir dann auch noch einen kleinen Plan des Parks in die Hand. Dort konnte ich nachlesen, an welcher Stelle welche besondere Baumart wuchs. Sehr schön gemacht!

Mich interessierte vor allem die andere Seite des Schlossteichs mit der Trauerweide. Dort hatte ich eine Bank erblickt, und es schien, als könne dies ein ganz besonderer Ort der Ruhe sein. Das war es auch. Allerdings glaube ich kaum, dass jemand (lange) auf einer der beiden Sitzgelegenheiten Platz nehmen möchte. Dennoch war es ein fast verwunschener Ort.

Gegenüber des Schlosses unter der Trauerweide
Der Platz unter der Trauerweide mit Blick aufs Schloss

Der Rest des Parks ist ebenso sehenswert. Leider meinten die im Park wohnenden Bremsen irgendwann, die Verfolgung oder Vertreibung vornehmen zu müssen. Ich wurde also im wahrsten Sinne des Wortes an dieser Stelle ausgebremst!

An dieser Stelle wurde ich ausgebremst.

So bin ich lieber geflüchtet, als mich stechen zu lassen und habe mir für den nächsten Besuch etwas zum Anschauen aufgehoben.

Die Wiederholung eines Abendessens am See ist auf jeden Fall eingeplant!

(Die Fotos auf dieser Seite wurden mit der Kamera des iPhone 6 aufgenommen und bis auf das letzte Foto, das ich aufhellen musste, unbearbeitet veröffentlicht.)

Ausfahrt an den Rhein

Eine Ausfahrt an den Rhein könnte man planen. Ich lasse mich gerne treiben. Mir war gestern nicht nach einem Plan. Zumal die Pläne in der letzten Zeit doch eher nur hergaben, dass sie geändert werden mussten. Ich mag zwar auch Plan B und manchmal den sogar mehr als Plan A, aber ab und an möchte ich einfach mal keinen Plan haben.

Also fuhr ich erst einmal los Richtung Bingen. Irgendwie glaubte ich, dass ein Einstieg dort Sinn machen könnte. Ich wollte dann am Rheinufer weiter flussabwärts fahren.

Bis Bingen fuhr ich auf der Autobahn. Der Vorteil ist, dass ich so schneller voran komme. Der Nachteil ist, dass ich immer denke, etwas von der schönen Landschaft verpassen zu können. Der größte Nachteil auf der Autobahn ist jedoch, dass ich nicht einfach anhalten kann, wie ich es sonst gerne mal am Rande einer Landstraße tue.

Ich hätte nun auch woanders mit der eigentlichen Tour starten können. Ein Stück weiter oben noch, denn der Startpunkt war nur bedingt gut gewählt. Aber eigentlich spielt das auch wieder keine so große Rolle. Das Rheintal ist einfach zauberhaft oder zumindest kann es zauberhaft sein.

Was leider durchgängig nicht so schön ist, ist die Tatsache, dass man zwischen der Straße und dem Fluss entweder die Eisenbahnlinie oder Leitplanken hat. Oder beides. Es gibt schöne Stellen, die ein Foto wert wären. Aber wenn man dann diese Absperrung mit auf dem Bild hat, nimmt es dem Ganzen doch so einiges.

Ich habe also entschieden, dass ich die wenigen Parkplätze, die vorhanden sind, anfahren werde, um mir dort ein schönes Plätzchen zu suchen. 

Das Beitragsbild oben zeigt eine solche Stelle.

Meine Route war dann diese: Von Bingen ging es über Trechtingshausen nach Bacharach und Oberwesel:

Hier müsste ein Bild zu "Meine Ausfahrt an den Rhein im Juli 2015" zu sehen sein.

Weiter ging es am Loreleyfelsen vorbei nach St. Goar:

Hier müsste ein Bild zu "Meine Ausfahrt an den Rhein im Juli 2015" zu sehen sein.
Hier müsste ein Bild zu "Meine Ausfahrt an den Rhein im Juli 2015" zu sehen sein.

Danach fuhr ich noch ein Stück weiter nach Boppard, Bad Salzig, Spay und Rhens. 

Hier müsste ein Bild zu "Meine Ausfahrt an den Rhein im Juli 2015" zu sehen sein.
Hier müsste ein Bild zu "Meine Ausfahrt an den Rhein im Juli 2015" zu sehen sein.

In Rhens beendete ich meine Fahrt flussaufwärts, weil ich an dem Tag noch etwas anderes vorhatte.

Hier sollte ein Bild zur Ausfahrt an den Rhein zu sehen sein.

Eine Ausfahrt an den Rhein ist eine Unternehmung für die Seele. Wenn man neben dem Fluss fährt, hat man das Gefühl, dass das Wasser ganz langsam und sanft seinen Weg nimmt. Es wirkt alles entschleunigt und entspannt. Ich hatte wohl auch Glück, dass nicht allzu viel los war. Mit vielen Autos und vielen Menschen wäre es sicherlich viel unruhiger geworden. Ich fuhr sogar oft alleine auf der Landstraße – hinter und vor mir war kein weiteres Gefährt zu sehen.

Hier müsste ein Bild zu "Meine Ausfahrt an den Rhein im Juli 2015" zu sehen sein.

Eine Ausfahrt an den Rhein ist also unbedingt empfehlenswert! Und wer nicht Autofahren möchte, kann dies alles auch mit dem Rad genießen. Der Radweg am Fluss ist sehr gut ausgebaut.

Mein Porsche und ich – Unterwegs im Odenwald

Wenn Du ohne großes Zutun neue Menschen kennenlernen möchtest, solltest Du ein Kind haben. Oder einen Hund. Oder einen Porsche.

Die Nennung der Begebenheiten oder Rahmenbedingungen erfolgte hier ohne Wertung. Ich habe ja weder ein Kind noch einen Hund. Aber ich weiß schon lange, dass diese beiden „Begleiter“ sehr wohl dazu taugen, sehr viele Kontakte knüpfen zu können. Mit dem Porsche ist mir das noch nicht so oft passiert. Und wenn, dann nur, wenn ich alleine unterwegs war. Das ist mir aber erst gestern aufgefallen.

Gestern war ich also mit meinem Boxster alleine auf der Strecke. Ich wollte eine mir bekannte Stätte im Odenwald aufsuchen. Es ist ein Platz, an dem man so wunderbar auf die Hügel des vorderen Odenwalds schauen kann. Ein Ort, an dem ich mich immer schon wohl gefühlt habe. Ein erhabener Platz. Passt!

Die Sonne zeigte sich nur verhalten, und der Hochnebel, der bei uns so typisch ist, hielt sich tapfer und ließ sich von der Sonne schwerlich vertreiben. Aber ich wollte mit meinem Gefährt an den besagten Ort. Weil es dort so schön ist. Und weil ich das Auto dort einmal fotografieren wollte. Mit den Hügeln und der noch nicht erwachten Natur.

Der Parkplatz, den ich ansteuerte, war – wie erwartet – menschenleer. Und auch die Gaststätte, die ich so gerne besuche, war geschlossen. In der wärmeren Saison ist diese Gaststätte im Odenwald eine beliebte Anlaufstelle für Ausflügler.

„Betriebsferien bis 19.3.“ stand auf einem Schild am Eingang zum Garten. Die Rollläden an den Fenstern des Hauses waren herunter gelassen. Nur das Damwild auf dem angrenzenden Gehege schaute mir zu. Mir war das recht, wähnte ich mich damit auch so schön alleine mit dem Vorhaben, ein paar nette Aufnahmen zu schießen. Aber es kam anders.

Da steht Frau also ein paar Meter vom Wagen entfernt und schaut, aus welcher Perspektive nicht nur der Wagen, sondern auch die Silhouette der Hügel im Odenwald (vorderer Teil), die sich zugegebenermaßen heute leider eher erahnen, als erkennen ließ, am besten auf einem Foto abgebildet werden könnten.

Ich hatte ganz bewusst mein Stativ nicht mitgenommen, bereute es aber in diesem Moment schon ein wenig. Denn mit dem, was vorhanden ist, kam ich nicht an dem Tag nicht gut aus.

Der Holzzaun, der den Garten der Gaststätte begrenzte, war nicht geeignet, die Kamera dort abzustellen. Ich lief also zum Wagen und überlegte, mit welcher Ersatzausrüstung für ein Stativ ich nun punkten können würde. In dem Moment zeigte sich der Besitzer. Er tat zunächst so, als würde er nur durch den Garten laufen, aber es war für mich deutlich zu spüren, dass er wissen wollte, was ich da an seinem Grundstück veranstaltete. Im Odenwald bleibt nichts unbemerkt!

Ich lächelte dem Mann zu und gab gleich preis, dass ich Fotos machen wollte. Er fragte nach, was genau ich ablichten wollte, und ich erklärte, dass ich mich mit dem Boxster vor der schönen Landschaft fotografieren wollte. Da bot er gleich an, ob er nicht die Fotos schießen sollte. Das Angebot nahm ich dankbar an.

Und während ich mich noch ein wenig vorbereitete (Frau will ja vor und mit dem Wagen gut aussehen), fuhr ein Auto die Straße entlang, und der Fahrer winkte mir fröhlich zu. Der Fahrer hielt dann auch an, fuhr ein Stück zurück und bog auf den Parkplatz ein, um gleich mit dem Besitzer ein Gespräch anzufangen, was aber wohl nur der Vorwand war. Denn kurz darauf sprach er nur noch mit mir.

Er legte los mit diesem für mich witzig klingenden Dialekt, den ich der Eifel zuordnete. Wie sich herausstellte, kam er gebürtig aus Trier. Er meinte gleich, dass ich für diese Fotos doch nicht stilgerecht gekleidet sei. Eigentlich eine Unverschämtheit, die ich ihm aber nicht übel nahm. Ich war gut gekleidet, aber eben nicht in Kleidchen und Co. Eher sportlich. Für stilsicher halte ich mich ja schon. Ich musste ihn also direkt darauf hinweisen, dass diese Äußerung von einem Mann kam, der drei Löcher auf der Vorderseite seines T-Shirts präsentierte. Und die besagten Löcher waren kein Einfall des Designers. Ich ließ deutlich erkennen, dass ich die Anmerkung insofern überhaupt nicht ernst nehmen konnte. Wir lachten.

Der Mann erzählte mir dann noch, dass er Schrotthändler sei, vor sieben Jahren im Odenwald gelandet wäre und nun Feierabend habe. Er sei Harley-Fahrer und hätte früher selbst einen Porsche 911 gefahren. Und wenn man mal von dem Porsche-Virus infiziert sei, könne man nie wieder was Anderes fahren. Der Virus halte lebenslang. Wem erzählte er das…

Das war aber nur der Einstieg. Ich wurde eine gute Viertelstunde bestens unterhalten, bekam die Familienfotos gezeigt und wurde auf einen Kaffee eingeladen, den ich dankend ablehnte. Ich wollte ja noch schreiben. Und nach Hause. Und überhaupt hatte ich nicht vor, einem wildfremden Mann in seine Wohnung zu begleiten.

Der Besitzer der Gaststätte hatte uns schon eine Weile uns selbst überlassen, war mir dann aber eine gute Unterstützung, mich aus der Unterhaltung wieder ausklinken zu können.

Und so startete ich den Motor und fuhr vom Parkplatz und fast in einen Traktor hinein, der just in diesem Moment mit Holzbänken und Tischen um die Ecke gebogen war. Die Frühlingsvorbereitungen zur Eröffnung der Terrasse schienen also in vollem Gang zu sein.

Auf dem Heimweg schmunzelte ich eine lange Zeit vor mich hin. Die Musik unterstrich meine Stimmung, und irgendwie war ich so richtig positiv aufgekratzt.

Was nehme ich mir von diesen Begegnungen im Odenwald mit?

Ich werde mich auf jeden Fall noch viel öfter alleine auf den Weg machen. Indes, alleine bleiben werde ich wohl nicht lange und nicht oft. Es gibt ja genug zu erzählen. Von fast jedem Menschen.

Das Leben ist schön und so facettenreich!

Und falls jemand diesen Ort auch einmal besuchen möchte, findet er ihn HIER

 

 

 

Die Spaziergängerin – Baumflechte

Als Spaziergängerin entdeckte ich dieses Mal nicht nur diese Baumflechte. Sie wirkt doch irgendwie wie in eine Koralle in klarem Meerwasser, oder? In den Tagen des ausklingenden Winters erfreuen mich die schönen Farben.

(Das Foto wurde mit der Kamera des iPhone 6 aufgenommen und unbearbeitet veröffentlicht)