Porsche und ich – Ein nicht so ganz unmoralisches Angebot

Kennst Du das? Du hast einen Haken an eine Sache gemacht, und sehr kurz nach diesem Moment kommt ein Impuls, diese Angelegenheit doch noch einmal zu überdenken. Da glaubst Du, Du seist fertig mit Nachdenken oder Herausfinden und dann das! Du könntest diesen Impuls natürlich komplett ignorieren.

Ich bin ja kein Mensch, der sich in diesen Fällen an seine ursprünglich getroffene Entscheidung halten möchte, zumal diese ja noch kein Alter erreicht hat, vor dem man Respekt haben müsste. Und in den meisten anderen Fällen mag ich es auch nicht. Gestern ist gestern, und jetzt ist jetzt. Das wusste schon der alte Adenauer, und in der Beziehung hatte er Recht.

Da gab es im letzten Jahr so ein Angebot. Von Porsche. Mein Herzensmann zeigte mir einige Details im Internet. Angebot und Porsche? Das passte in meinen Augen so gar nicht zusammen. Und in der Tat war es kein Schnäppchen, um das es ging. Es war viel mehr DIE Gelegenheit, sich für eine gewisse und überschaubare Zeit mal auf das Abenteuer Porsche einzulassen. Manchmal liebe ich Abenteuer, und dieses war verlockend.

9 Monate Leasing. Keine weiteren Verpflichtungen, aber die Möglichkeit, diesen Zeitraum um weitere 6 Monate zu verlängern. Und danach immer noch keine weiteren Verpflichtungen. Mit anderen Worten: Eine perfekte Sache für mich, da ich mich ungerne längerfristig vertraglich binde.

Der Zeitpunkt war auch perfekt: Es war April, und ich interessierte mich grundsätzlich für einen Cayman oder Boxster. In S. (Für Nicht-Auskenner: S ist die leistungsstärkere Variante der Modelle, und bisschen mehr geht ja immer). Es war also der perfekte Monat, um gerne und viel mit einem neuen Auto herumzufahren, und wenn es die offene Variante wäre, umso mehr.

Porsche… Die Gedanken nahmen ihren Weg

Rrrrrrr….In der Luft lag ein Knistern, als die ersten Gedanken in mir ihren Weg nahmen. Und dann zeigte sich gleich diese antrainierte Vernunft: Was überlege ich mir denn da gerade? Porsche fahren? Darf ich das? Ich lebe in keinem Umfeld, in dem das Porschefahren üblich ist. Porsche fahren „die Anderen“.

Es reizte mich aber, dieses Angebot auszuprobieren. Auch wenn es unvernünftig war. Wer sagt aber, dass ich vernünftig sein muss? Diese unvernünftigen Gedanken gingen dennoch schon um einiges über das übliche Maß hinaus.

Der Bauch aber meinte: Ja! Frau darf sich ja wohl mal beraten lassen! Beraten – mehr erst einmal nicht!

Der Plan war gut.

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